Wie aus alten Bildern ersichtlich ist, wurde schon in den Jahren 1926-1930
in Stetten Fasnet gefeiert. Es waren Kameradschaften, die im Gasthaus "Engel"
Fasnetsprogramme veranstalteten. Der 2.Weltkrieg beendete diese Ära dann
gewaltsam.
In der Nachkriegszeit kam wieder der Gedanke auf, Fasnet zu feiern, um die Menschen wieder fröhlich zu stimmen. So wurde im Jahr 1948 der 1. Fasnetsball veranstaltet. Hierbei wurde der Grundstein zur Weiterführung der Fasnet in Stetten gelegt: Es wurde ein Fasnetsausschuß gegründet, der die weiteren Veranstaltungen organisierte.
Im Jahr 1949 startete der 1. Umzug, unter dem Motto eines Sängerfestes, in Stetten. Er entpuppte sich sofort zu einem großen Erfolg und bewies, daß Stetten ein fröhliches Volk ist, denn es beteiligten sich gleich 10 Gruppen mit selbstgefertigten Fahnen. Was danach dann noch auf der Bühne vor dem Gasthaus "Engel" geboten wurde, war damals einmalig. Die vielen Zuschauer sahen es mit Begeisterung und Anerkennung.
So war es nicht verwunderlich, daß der Gedanke aufkam, einen Elferrat zu gründen, der die Organisation der Fasnet übernahm. 1950 trat der Elferrat erstmals einheitlich in schwarzer Hose, weißes Hemd, roter Fliege und der neuen Narrenmütze auf. Die unter dem Motto "Bauernhochzeit" durch- geführte Fasnet mit einer naturgetreu nachgebauten Eisenbahn, war der beste Beweis daß man auf dem richtigen Weg war.
Die Einnahmen wurden sogleich für neue Uniformen verwendet, die aus einer grünen Robe mit rotem Kragen bestand. Jedes Ratsmitglied mußte noch 5,- DM beisteuern, um die Kosten zu decken.
Es folgten in den nächsten Jahren weitere Fasnetsveranstaltungen, Umzüge und Aufführungen auf der Bühne vor dem Engel und beim alten Schulhaus.
Am 19.11.1968 beschloß der damalige Elferrat, einen Narrenverein
zu gründen. Theo Kanz wurde zum 1.Vorsitzenden gewählt, Paul Stehle
zu dessen Stellvertreter. Kassier wurde Ernst Stocker, das Amt des Schriftführers
übernahm Helmut Biegelmaier. Die Ratsmitglieder setzten sich aus: Rudolf
Lachenmaier, Alois Pfeffer, Hubert Pfeffer, Johann Schneider, Ernst Schneider,
Eberhard Sinz, Karl Henle und Anton Stengel zusammen. Sofort traten 31 Anwesende
dem jungen Verein bei.
In den Jahren 1970-71 entstand die Idee, eine Fasnetsfigur zu schaffen. Was stand da näher, als auf das über 130 Jahre alte Salzbergwerk zurückzugreifen. So entstand der 1.Salzschlecker. Durch die guten Beziehungen des damaligen Bürgermeisters Selinka zu dem Grafiker Arthur Münzing in Riedlingen, wurde Maske und Häs schnell entworfen.
Die Maske wurde von dem Haigerlocher Schnitzer Max Kaiser angefertigt. Das Häs wurde in Eigenleistung der Ratsfrauen genäht. Somit war der erste Salz schlecker geboren und in der Gestalt von Herbert Jenter bei einem der größten Umzüge, der Bevölkerung von Stetten vorgestellt worden. Desweiteren wurden Prinz und Prinzessin, sowie die Prinzengarde in das neue Fasnetsprogramm mit aufgenommen.
Vor der eigentlichen Fasnet zieht seither der Narrenrat und die Tanzgarde als "Scherenschleifer" durch den Ort, um die Vereinskasse aufzubessern. Ein paar "Fasnetsverrückte" bauten eigens für den Umzug eine Nachbildung vom Eyach-Express, der all die Jahre im Umzug fest integriert war. Auch das Aufstellen des Maibaumes wurde durch den Narrenrat wieder eingeführt.
1972-73 wurden 10 weitere Salzschlecker vorgestellt und man hat an mehreren Auswärtsbesuchen teilgenommen. Im Jahr 1974-75 übernahm Franz Pfeffer den Vereinsvorsitz und schon im Jahr 1976 trat Hans Ginder als 1.Vorstand an.
Rechtzeitig zum großen 10 jährigen Narrentreffen des Vereins
vom 09.-12.02.1979, hat sich der Narrenrat neu eingekleidet. Auch wurde für
die Maskenträger und Zuschauer ein großes Zelt im Eyachtal aufgestellt.
An der Hauptversammlung am 18.11.1980 trat der bisherige Vorstand Hans Ginder
zur Wiederwahl nicht mehr an. So wurde der seit Beginn der Fasnet 1948 als aktives
Mitglied tätige Rudolf Lachenmaier zum 1. Vorstand gewählt. Unter
dem neuen Vorstand und dem langjährigen 2.Vorstand Paul Stehle, sowie den
Ratsmitgliedern Eberhard Sinz, Edgar Pfeffer, Paul Pfeffer, Ernst Schneider,
Robert Pötsch, Peter Pfeffer, Pius Epple, Günter Henle, Roland Henle
und Kassier Ewald Pfeffer ging es stetig bergauf.
Am 02.02.1980 beim Brauchtumsabend in Weitingen, welche auch unsere Patenschaft übernahmen, wurden die Salzschlecker in den närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu aufgenommen. Rechtzeitig zur Fasnet 1981 wurde die Garde in schmucker Uniform vorgestellt, die all die Jahre von Hilde Maas auf die Auftritte vorbereitet wurde.
Zum 15-jährigen Jubiläum vom 01.-04.03.1984 wurde die neue Essenträger-Maske vorgestellt. Die Maske wurde von dem Bierlinger Schnitzer Josef Bauer entworfen und angefertigt. Das Häs wurde auch hier wieder von den Frauen selbst genäht. 1985 wurde bei einer Veranstaltung dem Ortsvorsteher ein Baustein mit DM 1000 als Anstoß zum Bau einer neuen Halle übergeben.
Das 20-jährige Jubiläum wurde wieder in einem größeren Rahmen gefeiert. Auch konnte vom 05.-08.02.1988 unter der Stabführung von Anton Wild der neugegründete Fanfarenzug der Bevölkerung von Stetten vorgestellt werden.
Die Fasnet in den Jahren 1989-90 waren wieder örtlich ausgerichtet. Im Jahr 1991 wurden die Narren durch den Golfkrieg gestoppt, denn sie wurde am 13.01.1991 offiziell abgesagt. So konnte man sich auf das 1.Fanfarenzugtreffen vom 09.-12.05.1991 vorbereiten. Man hatte sich zur Aufgabe gemacht, das 1.Fanfarenzugtreffen in der Region durchzuführen. Unter der Stabführung von Marco Lachenmaier wurde es ein voller Erfolg.
25 Jahre Narrenverein Salzschlecker Stetten, hieß es vom 14.-16.02.1992. Verbunden mit dem 16.Ringtreffen des Närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu, war es eine der größten Veranstaltungen, die Stetten je erlebt hatte. 1992 trat dann der "Stoag Rudel" sein Amt an den langjährigen Aktiven Gerhard Henle ab. Zusammen mit dem 2.Vorsitzenden Franz-Paul Stocker, geht es weiter bergauf.
10 Jahre Fanfarenzug Unter der Stabführung von Andreas Strauch wurde 1998 vom 18.-19.09. ebenfalls mit einem Abend der Fanfarenmusik und einem großen Umzug am Sonntag gefeiert. Alle großen Fanfarenzüge, selbst der Weltmeister der Fanfarenzüge, der FZ Potsdam, ließ es sich nicht nehmen, in Stetten mit dabei zu sein.
30 Jahre Narrenverein Salzschlecker Stetten übertraf nochmals das 25. Jubiläum. Vom 15.-17.01.1999 wurde Stetten zum Dreh- und Angelpunkt der Narren. Auch 1999 lud die Tanzgarde zum 1. Showtanzabend alle Tanzbegeisterte nach Stetten ein. Ab hier wurde der Fasnetsfreitag mit dem Showtanzabend, fest ins Narrenprogramm integriert.
2004 übernahm Robert Lang den Vorsitz des Vereins. Wie all die Jahre zuvor wurde Franz-Paul Stocker als Vize bestätigt.
40 Jahre Narrenverein Salzschlecker Stetten Zum 40er gönnte sich der Narrenverein Salzschlecker eine Geburtstagsfeier in der Hauptfasnet 2008. Die Narrenhalle wurde zum Partykeller und alle Vereinsmitglieder freuten sich über den Eintritt ins Schwabenalter.
2009 war das erste Jahr, in dem der Verein ohne ersten Vorsitzenden die Fasnet feiert. Franz-Paul Stocker führt als 2. Vorsitzender vertretungsweise die Vereinsgeschäfte.
In der Generalversammlung 2010 wird, mit Matthias Edele, ein neuer 1. Vorsitzender gewählt. Zusammen mit der ebenfalls neu gewählten 2. Vorsitzenden, Steffi Löffler, steuert er das Narrenschiff in die Zukunft.
Das Fasnetsprogramm in Stetten beginnt am Auseliga um 13.31 Uhr mit
dem Kinderumzug. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich
bei den Leiterinnen des Kindergartens, sowie den Eltern der Kinder, für
ihren tollen Einsatz Jahr für Jahr danken. Nach dem Umzug entführen
uns dann die Darbietungen der Kinder in der Narrenhalle, in tolle Phantasiewelten.
Um 18.59 Uhr startet dann der Hemadglonkerumzug mit Narrenbaumstellen. Dem Ortsvorsteher wird sobald der Baum dann steht, der Rathausschlüssel abgenommen. Danach gibt es für die Hemadglonker beim anschließenden Ball in der Narrenhalle, KEIN HALTEN MEHR.
Der Showtanzabend ist nun seit Jahren ebenfalls zu einem festen Bestandteil der Stettemer Fasnet geworden. Zahlreiche Tanzformationen aus Nah und Fern, präsentieren hier dem begeisterten Publikum ihr Können.
Am Samstag beim "Bunten Abend" bleibt dann für die Stettemer kein Auge trocken. Hemmungslos kommt alles auf den Tisch, was sich das Jahr über zugetragen hat.
Am Fasnetssonntag sind wir dann stolz auf unseren örtlichen Umzug. Im Vordergrund stehen die örtlichen Vereine und Kameradschaften, die Jahr für Jahr in aufwendiger Arbeit, sich jedem Motto annehmen. Egal ob zeit- aufwendig oder teuer, die Stettemer lassen sich ihren Spaß nicht nehmen. Hier wollen wir uns ebenfalls ganz herzlich bei den vielen Teilnehmern, sowie den Salzschleckerhausenern für die närrische Dekoration danken. Zu diesem bunten Treiben, gesellen sich natürlich auch noch auswärtige Zünfte, die unseren Umzug entsprechend abrunden.
Jahr für Jahr wächst die Zahl der Aktiven im Narrenverein Salzschlecker Stetten in den einzelnen Gruppen an. Wir freuen uns über diese Entwicklung, und werden alles daransetzten, diesen Trend fortzuführen.
Ihnen, lieber Leser dieser Seiten, haben wir unsere Vereinsgeschichte und Brauchtum nun in allen Details nahe gebracht. Wir würden uns freuen, Sie einmal bei einer unserer Veranstaltungen, begrüßen zu dürfen.
Bis bald und auf ein Wiedersehen in Salzschleckerhausen.